Programm 2017

Hauptsache Nutzen: Was bringt Freiwilligenarbeit – und wem?
6. November im Seminarhotel Bern in Bern

08:45     Eintreffen, Kaffee

09:30     Begrüssung

09:50     Podium 1: Freiwilligenarbeit als Kitt der Gesellschaft
(mit Simultan-Übersetzung)

Freiwilligenarbeit nützt der Gesellschaft. Sie erhöht das soziale Kapital des Landes, entlastet das staatliche Sozialwesen und fördert den Gemeinsinn. Sie dient vor allem im Sportbereich der Integration, bereichert das Kulturleben und bildet den Kitt zwischen den Generationen. Immer öfters wird auch der volkswirtschaftliche Nutzen der Freiwilligenarbeit berechnet. Effizienz und Effektivität, Professionalität und Kosten-Nutzen-Berechnungen machen auch vor Freiwilligenorganisationen nicht Halt. Welches ist der tatsächliche Nutzen der Freiwilligenarbeit für den Staat und konkret für die Gemeinden? Wie verhalten sich Kosten und Nutzen, Aufwand und Ertrag der Freiwilligenarbeit zueinander? Wie effektiv und effizient ist Freiwilligenarbeit wirklich? Wie könnte man die Wirkung der rund 700 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit pro Jahr in der Schweiz noch steigern? Und soll man das überhaupt?

Jacqueline Schön-Bühlmann, Bundesamt für Statistik (BfS), Neuchâtel
Markus Freitag, Professor am Institut für Politische Wissenschaften, Universität Bern
Cornelia Hürzeler, Migros Kulturprozent, Leiterin Bereich Arbeit und Gesellschaft / Zivilgesellschaft
Reto Lindegger, Direktor Schweizerischer Gemeindeverband SGV
Karin Breuninger, Präsidentin von Genève Bénévolat

10:40     Diskussion in Kleingruppen

11:00     Pause

11.30     Podium 2: Der Nutzen der Freiwilligenarbeit für die Freiwilligen selbst
(mit Simultan-Übersetzung)

Freiwilligenarbeit bringt keinen finanziellen Gewinn, wohl aber Zufriedenheit und Sinn. Junge Freiwillige schätzen zudem den Erwerb von fachlichen und sozialen Kompetenzen. Und ältere Freiwillige geniessen im freiwilligen Engagement die Gemeinschaft mit anderen sowie das Gefühl, gebraucht zu werden. Viele halten Freiwilligenarbeit auch für ein ideales Mittel zur gesellschaftlichen Integration von Arbeitslosen und Personen mit Migrationserfahrung. Was bringt Freiwilligenarbeit den Freiwilligen tatsächlich? Und wie könnte man den persönlichen Gewinn für die Freiwilligen noch besser nutzen, um neue Freiwillige anzuziehen?

Sandrine Cortessis, Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB/IFFP
Denise Moser, Innovage
Latha Heiniger, CHUV Lausanne
Stefan Güntert, Institut für Non-Profit-Management, FH Nordwestschweiz

12:15     Diskussion im Plenum

12:30     Mittagspause mit Stehlunch

14.00     Podium 3: Der gesteigerte Nutzen des zivilgesellschaftlichen Engagements durch Vergütungssysteme
(mit Simultan-Übersetzung)

Freiwilligenarbeit ist intrinsisch motiviert und erfolgt darum unentgeltlich. 100% altruistisch war sie aber vermutlich nie. Früher leisteten viele Freiwilligenarbeit für Gottes Lohn. Heute suchen Freiwillige in ihrem Wirken Sinn, Freude, Zufriedenheit sowie soziale Zugehörigkeit oder eine Kompetenzerweiterung. Neu ist in der Freiwilligenarbeit hingegen die Tendenz zu materiellen Vergütungen und finanziellen Anreizen. Manche sehen darin niederschwellige Eintrittstore zur längerfristigen Gewinnung von Freiwilligen. Andere betrachten finanzielle Entschädigungen als Gefährdung für die intrinsische Motivation sowie als Verstoss gegen die Subsidiarität und Arbeitsmarktneutralität der Freiwilligenarbeit, manche verurteilen Vergütungen gar als versteckte Schwarzarbeit zu Prekariatslöhnen.

Carine Fleury Bique, Schweizerisches Rotes Kreuz
Markus Gmür, VMI, Université de Fribourg
Ruedi Winkler, KISS (Zeitgutschriften für Altenbetreuung)
Theo Wehner, emeritierter Professor ETH für Arbeitspsychologie

15:00     Diskussion in Kleingruppen

15.25     Präsentation App für Freiwilligenarbeit

15:45     Abschied

16:00     Ende der Tagung